








Epilog - Abschlussarbeit 2025, Kunstakademie Düsseldorf Die Recherche mit historischen Grundrissplänen aus dem Archiv der Kunstakademie Düsseldorf zeigte eine deutliche, architektonische Veränderung der Struktur unseres Klassenraumes in den 1950er Jahren: Der Raum war durch eine Teilung in zwei Geschosse sowie mit einem kleineren Eingang als Wohnung ausgelegt. Der Zugang in den Atelierraum, der sich bis 1978 an einer anderen Stelle befunden hatte, wurde als Wanddurchbruch freigelegt und macht einen neuen Beginn der Ausstellung auf. Durch den neuen (alten) Einstieg werden nicht nur gängige Bewegungsmuster aufgehoben, sondern auch die Autorität des Gebäudes und die durch die Institution vorgegebenen Nutzungen auf die Probe gestellt. Angelehnt an die Zweiteilung des Raumes in der Vergangenheit, teilt im Hauptteil des Ateliers eine eingezogene Ebene den Raum in einen bewussten, sichtbaren Teil unten und einen unbewussten Teil darüber, in welchem das Tageslicht gestaut und durch diverse Schlitze und zwei quadratische, konische Säulen in den Bereich darunter geleitet wird. Der Atelierraum, der sonst auf große Sichtbarkeit ausgelegt ist, wird zu einem engen, kontemplativen und nischenhaften Ort umgewandelt. Der Boden des Raumes wird von einer erhobenen, aus Spanplatte konstruierten Plattform eingenommen. Dieses Becken ist in sich ebenfalls geneigt und an seiner höchsten Stelle (90cm) über eine Holztreppe für die Besucher:innen begehbar. Darauf stehend kann man durch die Öffnungen der Säulen den ursprünglichen, hohen und lichtdurchfluteten Atelierraum partiell wahrnehmen und eine Erkenntnis über die Beziehungen des ursprünglichen Raumvolumens gewinnen. Gleichzeitig geben Bewegungen von Licht und Schatten Informationen über den Raum außerhalb des Gebäudes. Die Bodenarchitektur stellt die gängigen Nutzungsformen eines Ausstellungsraumes in Frage und bietet neue Möglichkeiten der Positionierung und Raumwahrnehmung an. Die geneigte, pyramidal zulaufende Plattform schränkt die Bewegung und den Zugang zum Raum ein und provoziert gleichzeitig neue Sichtachsen. Sie ist eine Aufforderung, vorsichtig einen Standort zu finden, die eigenen Schritte zu kontrollieren und die verschiedenen Bewegungen im Innen- und Außenraum wahrzunehmen. Diese Installation ist auch eine empfundene Bühne dafür, wie über Jahre an diesem beschützten Ort gearbeitet und gedacht wurde: Einem Blick nach draußen folgend, Gedanken und Fragmente möglicher Arbeiten sammelnd, abwägend, bis es letztendlich zu einer Handlung, zu einem ersten Schritt kommt.
Abschlusspräsentation Juli 2025, Klasse Prof.in Nina Canell, Fotos: Kai Werner Schmidt